Trends und Moden kommen und gehen, und obwohl es oft heißt, „man muss nur lange genug leben, damit eine Mode wieder aktuell wird“, gibt es in unserem digitalen Zeitalter auch solche, die es vorher nie gegeben hat. Hier eine Auswahl eines Journalisten der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Jomo
Leiden Sie immer noch unter FOMO (kurz für Fear of Missing Out), der Angst, etwas zu verpassen? Im Wandel der Zeit zeichnet sich ein neuer Trend ab: die Freude am Verpassen – die sogenannte Freude am Verpassen (JOMO). Sie umfasst verschiedene Aspekte, wie zum Beispiel digitale Entgiftung (das Handy weglegen oder, noch besser, ausschalten) oder bewusstes Innehalten und Zurückziehen in die analoge Welt.
Für das Reisemagazin „Merian“ wird DZOMO im Reisebereich als „bewusstes Weglassen und aktives Nichtstun“ gefeiert. Anstelle eines vollgepackten Reiseprogramms suchen Touristen gezielt Orte wie eine einsame Hütte im Wald oder ein ruhiges Dorf am Meer auf.
Alles ist weiß.
Weniger Hektik, mehr Ruhe – dieses ersehnte Lebensgefühl spiegelt sich auch in anderen Trends wider. Weiß, oder besser gesagt eine „Nicht-Farbe“, ist laut dem amerikanischen Farbinstitut Pantone die „Farbe des Jahres 2026“. Genauer gesagt handelt es sich bei dem gewählten Ton um ein „ruhiges Weiß“, im Gegensatz zum aggressiven, sogenannten „Alpenweiß“, das „einen Hauch von Frieden und Ruhe in einer lauten Welt“ symbolisiert.
Seit rund 25 Jahren beauftragt Pantone Trendforscher mit der Analyse gesellschaftlicher Veränderungen, um jährlich die Farbe des Jahres zu küren. Obwohl Pantone nur eines von vielen Unternehmen ist, die Farben aus Trends ableiten, wird diese Farbwahl von zahlreichen Kreativen weltweit für Mode, Inneneinrichtung und diverse andere Produkte übernommen.
Und die Experten des NCS-Farbsystems gehen in die gleiche Richtung: Eine der vier ausgewählten Farbpaletten für 2026 besteht nach wie vor aus sanften Weiß-, Beige- und Brauntönen und trägt den Namen Quietude – für inneren Frieden.
Dopamin-Dekoration
Trendexperten sagen, dass es keinen Trend ohne Gegentrend gibt. Das gilt auch für die Inneneinrichtung: Knallige Farben, niedliche Dekorationen, ja sogar Spielzeug im Regal wurden erst durch den Labubu-Hype um das Jahr 2025 populär.
Es sind nicht nur junge Trendsetter, die diesen Trend vorantreiben. Insbesondere Pinterest bezeichnet Zirkus-Dekorationen als angesagten Trend – „dank der Babyboomer und Millennials“. Diese Generationen suchen auf der Plattform besonders häufig nach Informationen zu gestreiften Decken, Zirkus-Dekorationen und Vintage-Elementen.
Obwohl dieser Farbton neu ist, liegt fröhliche Dekoration schon lange im Trend. Bei Dopamin-Dekor geht es darum, eine positive Atmosphäre zu schaffen, die die Ausschüttung des Glückshormons Dopamin anregt. Wie gelingt das? Mit leuchtenden Farben und verspielten, niedlichen Accessoires. Mit Dingen, die das Herz erfreuen.
Auf dem Teller: Kohl
Wenn Sie gerade in den sozialen Medien nach angesagten Gemüsesorten suchen, ist Kohl der neue (alte) Star am kulinarischen Himmel. Laut einer Analyse von Pinterest wird immer häufiger nach Inspirationen für Kohlgerichte gesucht. Und wenn Sie etwas ganz Besonderes probieren möchten, versuchen Sie es doch mal mit einem Kimchi-Martini.
Laut dem Deutschen Obst- und Gemüseverband verzehrt jeder Deutsche jährlich 8,5 Kilogramm Rot- oder Weißkohl – Tendenz steigend. Kohl ist preiswert und reich an Vitaminen.
Nicht nur ein, sondern mehrere Parfums
Ein wachsender Trend in der Beauty-Szene ist das Layering von Parfums. Dabei werden mehrere Düfte kombiniert, um einen persönlichen, charakteristischen Duft zu kreieren, der die Persönlichkeit oder Stimmung des Trägers widerspiegelt.
Wie man seinen eigenen Duft kreiert, erklären Online-Influencer – natürlich oft mit ihren eigenen Marken. Das Modemagazin „Vogue“ rät zum Experimentieren, aber mit Bedacht: Man sollte nicht wahllos alle Düfte versprühen, die man zu Hause hat. Schwerere Düfte kommen vor leichteren.
Supermarkt-Safari
Ein Besuch im Supermarkt gehörte für viele schon immer zum Urlaub dazu. Spätestens wenn etwas einen eigenen Namen bekommt, kann man von einem Trend sprechen – und plötzlich hat man die „Supermarkt-Safari“. Laut dem Magazin „Merian“ ist sie einer der Trends des Jahres 2026.
Die Kultur eines Landes lässt sich durch lokale Spezialitäten und ungewohnte Aromen besonders intensiv erleben. „Ob amerikanische Süßigkeiten, japanische Snackautomaten oder italienische Pastaregale – dieser Reisetrend verbindet kulinarische Neugier mit authentischen Einblicken“, so Merian.
Ein weiterer Trend im Reise- und Freizeitbereich ist der „Eventtourismus“: Hierbei steht nicht der Urlaub selbst im Vordergrund, sondern eine Veranstaltung vor Ort, wie beispielsweise die Fußball-Weltmeisterschaft, eine Kunstveranstaltung oder ein Konzert.
Oder Sie machen einen Kompetenzurlaub: Sie versuchen, etwas zu lernen – zum Beispiel Töpfern in Marokko, Malen in Frankreich oder Kochen in Italien.
Lonely Planet ist ein britisch-australischer Reiseverlag. Belgrad gilt dort 2026 als Trendreiseziel und wird als „Europas ultimativer Nachtclub-Hotspot“ beworben. „Entdecken Sie das legendäre Nachtleben“, heißt es in der Beschreibung der serbischen Hauptstadt – ein Ratschlag, der vor nicht allzu langer Zeit wohl auch für die deutsche Hauptstadt Berlin gegolten hätte.
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