Richterverband: Unakzeptabler persönlicher Angriff setzt die Justiz unter Druck

Mögliche Fehler in der Arbeit von Richtern können und müssen ausschließlich durch gesetzlich vorgeschriebene rechtliche und institutionelle Mechanismen untersucht werden, so der Richterverband.

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Foto: Richterverband von Montenegro
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Die Behauptung, eine Richterin habe „die Klage nicht gelesen“ oder „bewusst Gründe erfunden“, um eine bestimmte Entscheidung zu treffen, stellt einen unzulässigen persönlichen Angriff auf eine Richterin dar und erzeugt Druck auf die Justizbehörde, wodurch das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Unabhängigkeit und Unparteilichkeit der Justiz gefährdet wird, erklärte der Richterverband von Montenegro.

Sie äußerten Besorgnis über den Inhalt der „in den Medien veröffentlichten öffentlichen Erklärung“, die sich auf eine Gerichtsentscheidung bezieht und Einschränkungen und Behauptungen enthält, die über die Grenzen zulässiger und legitimer Kritik an Gerichtsverfahren hinausgehen.

Obwohl sie nicht konkretisierten, um welche Aussage es sich handelte, erklärte das Anwaltsteam des ehemaligen Präsidenten Milo Đukanović heute im Zusammenhang mit der jüngsten Entscheidung von Richterin Valentina Vuković vom Grundgericht in Podgorica, die Đukanovićs Klage gegen die Agentur zur Korruptionsprävention als verfrüht zurückwies, dass es klar sei, dass „die Richterin entweder die Klage nicht gelesen oder bewusst Gründe für die Zurückweisung der Klage erfunden hat“.

Der Verband erinnert daran, dass das Recht auf öffentliche Kritik an Gerichtsentscheidungen unbestreitbar und geschützt ist, dass sich diese Kritik jedoch auf die rechtlichen Positionen und die Begründung der Entscheidung beziehen muss und nicht auf die Persönlichkeit des Richters, seine Expertise, Integrität oder mutmaßliche Motive für die Entscheidung.

Sie betonen insbesondere, dass etwaige Fehler in der Arbeit von Richtern ausschließlich durch gesetzlich vorgeschriebene rechtliche und institutionelle Mechanismen untersucht werden können und müssen, „und nicht durch Disqualifizierungen in den Medien und Unterstellungen unehrenhafter oder illegaler Motive“.

„Richter sind verpflichtet, ihre Entscheidungen frei, unabhängig und ohne Druck zu treffen, und es ist die Pflicht aller Akteure im öffentlichen Leben, zur Wahrung der Würde der Justiz und der Rechtsstaatlichkeit beizutragen. Der Richterverband Montenegros wird weiterhin in allen Situationen reagieren, in denen die Grenzen legitimer Kritik im öffentlichen Diskurs überschritten und die Grundprinzipien der richterlichen Unabhängigkeit bedroht werden“, heißt es in der Erklärung.

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