Eine weitere Touristensaison in Budva beginnt mit Szenen, die keine Stadt zulassen sollte, die ein regionales Touristenziel werden will.
Erneut gelangten Fäkalien in den Kanal zwischen den beliebten Restaurants am Slovenska Beach und flossen ungehindert ins Meer, in vollem Blickfeld zahlreicher Badegäste.
„Ansteckung bedroht Touristen“, „Fäkalien fließen ins Meer“ – das sind nur einige der Schlagzeilen regionaler Medien, die über den Umweltvorfall berichteten, der sich am Wochenende in der montenegrinischen Tourismushauptstadt ereignete. Schlechte Werbung kurz vor der Hauptsaison, von der sich die Stadt, aber auch der Staat viel erhofft, in der Hoffnung, dass die Kriegsereignisse im Nahen Osten Montenegro dabei helfen würden, möglichst viele Gäste anzulocken.
Leider hat Budva seit Jahrzehnten keine dauerhafte Lösung für die gravierenden Mängel der Abwasserentsorgung und -bewirtschaftung gefunden.
Obwohl die Stadt Dutzende Millionen Euro in den Bau einer Kläranlage im Stadtteil Bečići von Vještica investiert hat, kommt es insbesondere im Sommer immer wieder zu Abwasserüberläufen. Die täglichen Vorfälle bestätigen, dass die Stadt weiterhin mit den Folgen zu kämpfen hat, während die Ursachen ungeklärt bleiben.
Budva Waterworks reichte eine schriftliche Stellungnahme ein, in der sie erklärte, dass dieses Problem nicht allein auf ein Versagen der von ihnen verwalteten Abwasserinfrastruktur zurückgeführt werden könne.
„Den bisherigen Erkenntnissen zufolge ist eine der Hauptursachen das Vorhandensein illegaler Anschlüsse von Fäkalien an die Regenwasserkanalisation. Solche Anschlüsse stellen ein ernstes kommunales, ökologisches und hygienisches Problem dar, insbesondere in der Küstenregion und während der Touristensaison“, hieß es in einer Erklärung.
Die Teams der Budva Waterworks arbeiten intensiv daran, illegale Anschlüsse zu identifizieren und zu beseitigen, und zwar in Abstimmung mit der zuständigen städtischen Aufsichtsbehörde und der Polizei, betont das städtische Unternehmen.
Und oft wird auch der Fluss Grđevica von illegalen Anschlüssen betroffen, dessen Flussbett, insbesondere in den Sommermonaten, austrocknet und zu einer Müllkippe, aber auch zu einem Ort für die Entsorgung von Fäkalien wird.
Leider ist Grđevica heute nicht nur ein kommunales Problem, sondern ein Entwicklungsproblem für Budva. In dem Gebiet, das das Hinterland der Slovenska plaža, dem wichtigsten Touristengebiet der Stadt, bildet, dreht sich die Diskussion weiterhin um die Abwasserentsorgung, anstatt um die Annehmlichkeiten, den öffentlichen Raum und die Lebensqualität, die ein modernes Reiseziel am Mittelmeer auszeichnen sollten.
Zur Erinnerung: Die Stadt Budva kündigt ein großes Infrastrukturprojekt direkt am Flussbett der Grđevica an und schreibt die Vergabe eines Auftrags im Wert von 18 Millionen Euro aus. Das Projekt sieht den Bau einer Straße zur Überbauung des Flussbetts vor. Zusätzlich wurden im Haushalt Mittel für die Bauaufsicht und die Begleitarbeiten dieses größten Infrastrukturprojekts in der Geschichte der Stadt bereitgestellt.
Das Projekt sieht die Verbindung des Hauptboulevards der Stadt mit der Umgehungsstraße vor, um so die Verkehrsstaus zu verringern und die Funktionsfähigkeit der Stadt zu verbessern.
Die Frage ist, ob die Investition, die von der Opposition sofort angegriffen wurde, die der Ansicht ist, dass anstelle einer Straße eine Promenade gebaut werden sollte, das Problem lösen wird, das Budva jeden Sommer in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rückt.
Sicher ist, und darauf weisen Tourismusfachleute seit Jahren hin, dass Budva so lange dem Risiko ausgesetzt bleibt, dass dieselben Probleme immer wieder auftreten, solange das Abwassernetz, die Trennung von Fäkalien und Regenwasser sowie die Kapazität des Abwassersammelsystems nicht verbessert werden.
Die MK Group präsentiert die Transformation von Grđevica
Die von der MK Group im vergangenen Jahr vorgestellte Entwicklungsvision für das Touristenresort „Slovenska plaža“ und die Hotelgruppe „Budvanska rivijera“ im Wert von über 700 Millionen Euro präsentiert ernsthafte Infrastrukturlösungen für den kritischsten Teil von Budva, in dem es zu Umweltvorfällen kommt.
Anders als die aktuellen Pläne, die sich vorwiegend auf die Verkehrsinfrastruktur konzentrieren, sieht die hier vorgestellte Vision für die Entwicklung des Slovenska plaza, die bereits von der Stadtverwaltung genehmigt wurde und nun auf die Entscheidung der Regierung wartet, eine umfassendere Umgestaltung des Grđevica-Viertels vor. Diese beinhaltet den Bau von Kanälen, Grünzügen und neuen öffentlichen Einrichtungen sowie die Integration des Gebiets in das restliche Stadtgebiet. Grđevica und die gesamte Umgebung werden nicht länger nur als Problem betrachtet, das gelöst werden muss, sondern als Gebiet mit großem Entwicklungspotenzial.
Die Erfahrungen etablierter Touristenstädte zeigen, dass die problematischsten Bereiche nicht einfach übergangen, sondern in neue Wahrzeichen verwandelt werden. Aktuell befindet sich dieser Stadtteil im Spannungsfeld von großen Investitionsvorhaben, bürokratischen Hürden und saisonalen Problemen, die jeden Sommer wiederkehren.
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