Der EU-Erweiterungsprozess sei am Beispiel Montenegros endlich sichtbar und messbar, wurde nach einem Treffen zwischen Premierminister Milojko Spajić und dem tschechischen Premierminister Andrej Babiš verkündet.
Das Treffen kam zu dem Schluss, dass Montenegro und die Tschechische Republik gute, freundschaftliche Beziehungen unterhalten, die auf engen historischen und kulturellen Verbindungen sowie einem starken Bündnis in der NATO beruhen.
Mit der Entscheidung, die Botschaft Montenegros in Prag zu eröffnen, hat die Regierung Montenegros, wie Spajić verkündete, ihr Engagement für die Stärkung der bilateralen Beziehungen und die Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit der Tschechischen Republik zum Ausdruck gebracht.
„Der Premierminister bedankte sich für die starke Unterstützung der Tschechischen Republik bei der europäischen Integration Montenegros, insbesondere in der bevorstehenden Zeit, in der Montenegro zusätzliche politische und fachliche Hilfe benötigt, sowie für die Aktivitäten der Tschechischen Republik in der informellen Gruppe der EU-Mitgliedstaaten ‚Freunde des Westbalkans‘“, teilte die Regierung mit.
Spajić betonte, dass dies ein Jahr von mehrfacher Bedeutung für Montenegros Fortschritte sei, ein Jahr, in dem das Land zwei Jahrzehnte seit der Wiedererlangung der Unabhängigkeit begeht, den Abschluss der Verhandlungskapitel vollzieht und wichtige internationale Initiativen ausrichtet – den EU-Westbalkan-Gipfel, den Vorsitz im Berliner Prozess und im Westbalkan-Fonds innehat und von November 2026 bis Mai 2027 auch den Vorsitz im Ministerkomitee des Europarats übernehmen wird.
Spajić legte außerdem einen Plan vor, alle noch ausstehenden Verhandlungskapitel Montenegros mit der EU bis Ende dieses Jahres abzuschließen, sowie intensive Arbeiten der Exekutive und Legislative unter Einbeziehung aller gesellschaftlichen Gruppen zur Umsetzung der europäischen Agenda.
„Die Bedeutung einer verbesserten wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Montenegro und der Tschechischen Republik wurde hervorgehoben. Man kam zu dem Schluss, dass Potenzial für Projekte von beiderseitigem Interesse in den Bereichen Energie, erneuerbare Energien, Eisenbahninfrastruktur und Holzindustrie besteht. Die Teilnehmer zeigten sich zufrieden mit der Fluganbindung beider Länder und der Zusammenarbeit im Eisenbahnsektor und erwarteten, dass sich tschechische Unternehmen weiterhin an Projekten zur Rekonstruktion, Modernisierung und Instandhaltung des montenegrinischen Eisenbahnsektors beteiligen würden“, teilte die Regierung mit.
Montenegro legt, wie Spajić betonte, besonderen Wert auf die Stärkung der bilateralen Beziehungen zu seinen Nachbarn und auf die regionale Zusammenarbeit, und die EU-Erweiterung stellt eine historische Chance für die gesamte Westbalkanregion dar.
Der tschechische Ministerpräsident hat Spajić zu einem offiziellen Besuch in Prag in der kommenden Zeit eingeladen.
Bonusvideo: