Die Entscheidung des Staatspräsidenten, europäische Gesetze zurückzugeben, stellt eine schwerwiegende und bewusste institutionelle Behinderung der europäischen Integration Montenegros dar. Solche Maßnahmen zeigen deutlich, dass dieses Jahr für den europäischen Weg des Landes entscheidend sein wird und dass in diesem Prozess die Verantwortung aller Akteure – derjenigen, die diesen Weg unterstützen, und derjenigen, die ihn verlangsamen oder blockieren – genau abgegrenzt werden wird.
Dies erklärte der stellvertretende Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Nik Đeljošaj in einer Pressemitteilung.
Er sagte, er sei besonders besorgt darüber, dass diese Behinderung in der letzten Phase des Prozesses zum Abschluss der Verhandlungskapitel auftrete und dass sie von einer Institution ausgehe, die aufgrund ihrer verfassungsrechtlichen Rolle zur Stabilität des Systems und zur Kontinuität der europäischen Agenda beitragen solle.
„Die Erklärung, die Gesetze seien nicht ausreichend geprüft worden, entbehrt jeder Grundlage. Nachdem die Gesetze unter dieser Begründung an das Parlament zurückgesandt wurden, änderte sich nichts, denn gemäß der Verfassung und der Geschäftsordnung des Parlaments werden die zurückgesandten Gesetze in diesem Stadium nicht debattiert, sondern lediglich zur Abstimmung gebracht. Dies hat der Öffentlichkeit deutlich gezeigt, dass das genannte Argument im Gesetzgebungsverfahren keinerlei rechtliche Wirkung entfaltet“, erklärte Đeljošaj.
Der stellvertretende Premierminister betonte, dass jedes der unter die Zuständigkeit des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung fallenden Gesetze ein vollständiges und transparentes rechtliches Verfahren durchlaufen habe.
„Es wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, ein öffentlicher Aufruf zur Beteiligung des NGO-Sektors veröffentlicht und eine öffentliche Debatte mit anschließendem Bericht durchgeführt. Darauf folgte eine monatelange Abstimmung mit der Europäischen Kommission. Die Gesetzesvorlagen befanden sich über einen Monat im parlamentarischen Verfahren und wurden in den zuständigen Ausschüssen erörtert. Bislang wurde kein einziges von der Europäischen Kommission genehmigtes Gesetz im Parlament geändert, aber alle wurden ohne jegliche Intervention verabschiedet“, so Đeljošaj abschließend.
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