Heute fand im Serbischen Haus in Podgorica eine gemeinsame Sitzung der Parteigremien der Neuen Serbischen Demokratie (NSD) in erweiterter Zusammensetzung statt, in der die aktuelle politische Situation in Montenegro erörtert wurde.
Die Sitzung begann gegen 12 Uhr mittags und dauerte weniger als eine Stunde.
Der Bürgermeister von Nikšić und NSD-Funktionär Marko Kovačević wollte keine Einzelheiten des Treffens nennen.
„Wir haben die Entscheidungen getroffen. Die Medien werden später weitere Details erhalten“, sagte Kovačević nach der Sitzung gegenüber Reportern.
Der Präsident des montenegrinischen Parlaments und Vorsitzende der NSD, Andrija Mandić, berief für den 4. Februar eine Sitzung ein.
Der Fernsehsender Vijesti berichtete heute Morgen, er habe inoffiziell erfahren, dass die NSD die Koalition „Für die Zukunft Montenegros“ (ZBCG) nicht verlassen werde.
Die NSD erklärte inoffiziell, die Koalition sei sicher, sie könne aber keinen Einfluss auf die Entscheidung der von Milan Knežević geführten Demokratischen Volkspartei (DNP) ausüben, sollte diese nach dem Ausscheiden aus der Exekutive die Koalition verlassen.
Die DNP verließ vor wenigen Tagen die Landesregierung und die Regierungskoalition in Podgorica, nachdem die Regierung letzte Woche ihre Forderungen zur Lösung der Identitätsfragen abgelehnt hatte. Konkret ging es um die Einführung der serbischen Sprache als Amtssprache, die Änderung des Gesetzes über die montenegrinische Staatsbürgerschaft (Einführung der doppelten Staatsbürgerschaft mit Serbien) und die Standardisierung der Trikolore als Nationalflagge. Darüber hinaus forderte die DNP einen Dialog über den für sie umstrittenen Bau einer Kläranlage in der Zeta-Siedlung Botun.
Nach dem Übergang der DNP in die Opposition bleibt die Mehrheit auf Landesebene stabil, während in Podgorica eine schwere Regierungskrise entstanden ist, die das Überleben der Regierung in Frage stellt.
Darüber hinaus ist die Frage des Fortbestands der ZBCG-Koalition aus NSD und DNP noch ungeklärt. Knežević hatte vor wenigen Tagen bekannt gegeben, dass ihn der Parteivorstand beauftragt habe, schnellstmöglich Gespräche mit Mandić über die Zukunft des Bündnisses aufzunehmen.
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