Der frühere Präsident Montenegros und prominente Funktionär der Demokratischen Partei der Sozialisten (DPS), Filip Vujanović, schätzte ein, dass die Partei noch immer an der Macht wäre, wenn es den Konflikt mit der Serbisch-Orthodoxen Kirche (SPC) nicht gegeben hätte.
„Ich bin überzeugt, dass die DPS ohne diesen Konflikt noch immer an der Macht wäre. Ich kann Ihnen sagen, dass ich von allen, die mit Metropolit Amfilohije Kontakt aufgenommen haben, die häufigsten und längsten Gespräche mit ihm geführt habe. Ich werde wohl auch am detailliertesten und kritischsten auf einige seiner Aussagen eingehen und sie als unangebracht, übereilt, unausgereift und nicht gut bezeichnen. Aber ich kann Ihnen auch sagen, dass er trotz seiner sehr klaren Worte auch Vorbehalte äußerte. Er kritisierte sich selbst und ruderte mitunter zurück. Doch im Grunde seines Wesens besaß er eine vielschichtige Persönlichkeit und Werte, die in der Orthodoxie sehr deutlich und mit großem Respekt anerkannt wurden“, sagte Vujanović in einem Interview mit dem Fernsehsender Nova M.
Über den verstorbenen Metropoliten Amfilohije der serbisch-orthodoxen Kirche sagte er, dieser sei „ein unglaublich gebildeter Mann gewesen, der sowohl in der Orthodoxie als auch im Katholizismus hohes Ansehen genoss und Montenegro verstand“.
„Wir hatten am 21. Mai 2006 ein Referendum, und nur fünf Tage später tagte die Heilige Synode der Bischöfe der Serbisch-Orthodoxen Kirche unter dem Vorsitz des damaligen Patriarchen Pavle, der dem Referendum in Montenegro großen Respekt zollte. Er akzeptierte die Unabhängigkeit Montenegros und erklärte, dass die Kirche nun als orthodoxe Kirche in Montenegro behandelt werden solle“, sagte Vujanović.
Der ehemalige Präsident Montenegros wies darauf hin, dass der Rechtsrat der Metropoliten von Montenegro und dem Küstengebiet im August 2005 festgestellt habe, dass der Name Serbisch-Orthodoxe Kirche falsch, unnötig und missbräuchlich verwendet werde, um die montenegrinischen Gläubigen von ihr zu distanzieren, und fügte hinzu, dass er den Namen „Orthodoxe Kirche in Montenegro“ für angemessen halte, was seiner Meinung nach eine große Leistung von Metropolit Amfilohije sei.
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