Das slowenische Kollektiv Laibach kündigte die Veröffentlichung eines neuen Albums mit der Single „Allgorhythm“ an, zu der auch ein Video gedreht wurde, das auf der YouTube-Plattform zu sehen ist.
Das neue Album mit dem Titel „Musick“ wird am 1. Mai als Vinyl, CD und digital über das Plattenlabel „Mute“ veröffentlicht.
Auf ihrem kommenden Album „Musick“ feiert und kritisiert Laibach zugleich das gegenwärtige Zeitalter der verzerrten Realität und kitschigen KI-Kopien – mit einer Sammlung unwiderstehlich eingängiger Pop-Songs, die sich der hypermodernen Postmoderne hingeben. Der Albumtitel selbst ist der Schlüssel zu dieser Ambivalenz. Er spricht von Übersättigung – einer Art „musikalischer Übelkeit“ in einer Zeit, in der es so viel davon gibt, dass wir uns kaum noch damit auseinandersetzen können. Täglich werden über 100.000 neue Songs ins Internet hochgeladen, und immer mehr davon sind KI-Kreationen, eine Art digitaler Abfall, heißt es in der Erklärung.
Die Single „Allgorhythm“ mit der ghanaischen Sängerin Wiyaala wurde von Richard X (bekannt für seine Arbeit mit Sugababes, Goldfrapp, New Order und Kelis) produziert und wird von einem Video mit dem Laibach-Frontmann begleitet. Milan Fras und Wiyaala, das darauf ausgelegt ist, den Algorithmus im bestmöglichen Sinne zu „stören“.
„Die 1980er-Jahre sind keine nostalgische Erinnerung, sondern ein prägender Moment: ein Jahrzehnt, in dem digitale Logik, neoliberale Ökonomie und Massenmedien ihre volle Wirkung entfalteten und global synchronisiert wurden. Synth-Pop war nicht nur ein Musikstil; er war der Klang der frühen Automatisierung, Standardisierung und programmierten Emotionen. Indem wir diese musikalische Sprache in ‚Allgorhythm‘ verwenden, blicken wir nicht zurück, sondern legen den Ursprung der heutigen algorithmischen Kultur frei. Der Algorithmus entstand nicht erst mit der künstlichen Intelligenz; er existierte bereits in der Beatmaschine, dem Sequenzer, dem Netzwerk, in den Presets“, erklärt Laibach.
„Synth-Pop hat die Vorstellung normalisiert, dass sich Gefühle selbst erzeugen, wiederholen und optimieren lassen. In diesem Sinne ist ‚Allgorhythm‘ weniger ein Lied als vielmehr ein Diagramm. Es funktioniert innerhalb einer vertrauten, fast beruhigenden Struktur und demonstriert gleichzeitig, wie Kontrollsysteme am effektivsten funktionieren, wenn sie komfortabel, vorhersehbar und verinnerlicht sind. Das Album als Ganzes setzt diese Logik fort: Es kritisiert Algorithmen nicht von außen, sondern spricht ihre Sprache – denn Macht offenbart sich am deutlichsten, wenn sie imitiert, verstärkt und sich selbst entblößen darf“, fügte das Kollektiv hinzu.
Über die Zusammenarbeit mit der ghanaischen Popsängerin Wiyaala, die aufgrund ihres unterschiedlichen musikalischen und kulturellen Hintergrunds eine weitere Kontrastebene einbringt, sagen die Mitglieder von Laibach:
Die Zusammenarbeit mit Wiyaal ergab sich ganz natürlich und ohne Hintergedanken. Ihre Stimme bringt eine menschliche Präsenz ein, die nicht in den geschlossenen Kreis des westlichen Digitalpop gehört. Sie erzeugt Reibung – einen anderen Rhythmus, eine andere Betonung und Körperlichkeit – im Gegensatz zur starren, programmierten Struktur des Songs. In „Allgorhythm“ fungiert ihre Präsenz sowohl als Kontrast als auch als Verstärkung: nicht als „exotischer“ Kontrapunkt, sondern als Erinnerung daran, dass globale Systeme alle Stimmen absorbieren, unabhängig von ihrer Herkunft. Auf der Ebene des gesamten Albums „Musick“ zieht sich diese Spannung zwischen dem Organischen und dem Programmierten, dem Lokalen und dem Universellen durch die gesamte Veröffentlichung. Das System schließt Andersartigkeit nicht aus – es integriert sie.
Der slowenische öffentlich-rechtliche Sender RTV erwog, das Lied „Alolgorhythm“ als potenziellen Beitrag Sloweniens beim Eurovision Song Contest zu gewinnen, entschied sich aber schließlich gegen eine Teilnahme am Wettbewerb.
Gesundheitsministerium
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