JEMAND ANDERES

Auch die ökologische Blase steht kurz vor dem Platzen

Die am weitesten entwickelten Industrieländer verhalten sich den Armen gegenüber arrogant und herablassend und kümmern sich wenig um die Umwelt und das Klima.

2135 Aufrufe 0 Kommentare(a)
Foto: Shutterstock
Foto: Shutterstock
Haftungsausschluss: Die Übersetzungen werden größtenteils durch einen KI-Übersetzer durchgeführt und sind möglicherweise nicht 100 % genau.

(novilist.hr)

Seit der Kapitalismus in den 70er Jahren die Kreditkarte erfand und sie als Gegenschlag gegen den Sozialismus einsetzte, leben die Bürger der westlichen Hemisphäre über ihre Verhältnisse – oder besser gesagt: auf Schulden. Das Leben auf Schulden und in Raten erweckt die Illusion eines komfortablen Lebens, bis die Kredite fällig werden. Wie das aussieht, haben wir 2008 gesehen, als die globale Finanzkrise begann, weil die Blase der ausstehenden Schulden platzte und scheiternde Banken von den Regierungen mit Staatsgeldern gerettet werden mussten, was uns letztlich alle ärmer machte und uns zur ersten Generation in der Menschheitsgeschichte machte, die ärmer ist als ihre Eltern.

Wir haben außerdem die Praxis, Kapital, das wir nicht verdient haben, für natürliche Ressourcen auszugeben, die wir rücksichtslos über die Möglichkeiten unseres Planeten hinaus verbrauchen. Das Problem ist, dass natürliche Ressourcen nicht aus dem Staatshaushalt wiederhergestellt werden können, nicht einmal durch Zinserhöhungen, denn wenn sie einmal aufgebraucht sind, dauert es sehr lange, bis sie sich regenerieren. Wenn überhaupt, dann nur, wenn manche davon regeneriert werden können, wie etwa Wälder, die für Bauzwecke abgeholzt wurden, oder Flussbetten, die aufgrund der globalen Erwärmung ausgetrocknet sind. Das Global Footprint Network warnt vor dem Problem, auf ökologischer Schuld zu leben, weil wir mehr und schneller ausgeben, als die Natur sich regenerieren kann. Seinem Berechnungen zufolge ist die ökologische Schuld so groß geworden, dass es nur eine Frage von Tagen ist, bis ihre Blase platzt, genau wie die Finanzblase von 2008.

Wie beim Konsumismus, als wir Waren auf Raten kauften, als bekämen wir mindestens zwei Gehälter pro Monat, verhalten wir uns gegenüber den Ressourcen der Erde, als gehöre uns die Hälfte des Sonnensystems und als würden diese Ressourcen ewig reichen. Schon in den 90er Jahren bezeichnete Papst Johannes Paul II. die ökologische Krise als „eine Krise der Moral und wahre Menschenverachtung“, da Sparen schon lange keine Tugend mehr ist und verschwenderischer Konsum zu einem Statussymbol und gesellschaftlich akzeptierten Verhalten geworden ist, das sich auch auf den Umweltschutz ausgeweitet hat. Wer heute spart, ist ein Narr, daher ist Umweltschutz etwas für Narren, nicht für die Elite.

Und genau so verhalten sich die Industrieländer: arrogant, herablassend gegenüber den Armen, ohne sich groß um Umwelt und Klima zu kümmern. Ihretwegen scheiterte das Kyoto-Protokoll, von dem viele dachten, es könne den CO2-Ausstoß in der Atmosphäre tatsächlich reduzieren, kläglich. Denn die reichen Länder, allesamt Schwerverschmutzer, kamen auf die Idee, den armen Ländern ihre CO2-Emissionsquoten abzukaufen und so noch mehr Schadstoffe in die Atmosphäre zu blasen, als sie es sonst tun würden. Wir zum Beispiel haben unsere Quote an die Briten verkauft. Für Geld.

Um bestimmte, vor allem reiche Länder, von der irrationalen Ausbeutung der Ressourcen der Erde abzuhalten, soll nun ein Versuch vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag unternommen werden. Nach der aktuellen Praxis des Völkerrechts könnte dies ebenfalls in Kyoto-Quoten enden, obwohl die Idee edel und lobenswert ist. Bekanntlich gelten internationale Rechtsnormen nicht für Großmächte, so dass beispielsweise das Internationale Kriegsverbrechertribunal in Den Haag amerikanische Soldaten nicht vor Gericht stellen kann oder darf, wenn sie solche Verbrechen begangen haben. Zudem sind Großmächte, insbesondere Trumps Amerika, dafür bekannt, verschiedenen internationalen Abkommen beizutreten und wieder auszusteigen, wann immer sie wollen oder wenn ihnen das Abkommen nicht passt. Wenn die USA kurz vor dem Austritt aus der UNESCO stehen, wer soll sie dann daran hindern, auch aus dem Klimaabkommen auszusteigen oder einfach zu sagen, dass das Urteil des Gerichtshofs in Den Haag, wonach arme Länder von den Reichen Entschädigung für Umweltverschmutzung verlangen können, für die USA schlicht nicht gilt. Ebenso wenig gelten Urteile wegen Kriegsverbrechen.

Die Eliten sind jedoch keine Narren wie wir, denen die Umwelt am Herzen liegt. Sie verfügen über sehr gute und präzise Berechnungen darüber, wie stark die globale Erwärmung noch zunehmen wird und in welchen Teilen des Planeten Leben bald unmöglich sein wird. Die Vereinten Nationen warnten daher vor einigen Jahren, dass wir uns auf die sogenannte Klima-Apartheid vorbereiten, bei der die Reichen sich das Entkommen vor Dürren und Hitzewellen erkaufen, während der Rest von uns auf die rote Wetterwarnung wartet. In derselben Warnung stellt die UNO fest, dass die Wirtschaftseliten der Schlüssel zum Kampf gegen den Klimawandel sind, dass wir uns aber nicht auf sie verlassen können, wenn es darum geht, den Armen zu helfen, die der globalen Erwärmung nicht entgehen können.

Mehr sehen:

(Die in der Rubrik „Kolumnen“ veröffentlichten Meinungen und Ansichten entsprechen nicht unbedingt der Meinung der „Vijesti“-Redaktion.)