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Plitko

Es scheint, dass das Verhältnis zwischen Politik und Kunst ein Lieblingsthema einer Gesellschaft in der Krise ist, genau wie es in der Vergangenheit in der SFRJ der Fall war und wie es heute in der EU der Fall ist.

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Ich bin gekommen, um zu verkaufen. Foto: REUTERS
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Wie eng sind Kunst und Politik wirklich miteinander verbunden, ist es möglich, diese beiden Weltanschauungen, diese beiden Herangehensweisen an die Welt und die sogenannte Realität zu trennen, und wer irrt: derjenige, der glaubt, dass Kunst im Bereich der Politik keinen Platz hat, oder derjenige, der glaubt, dass die beiden, Kunst und Politik, praktisch untrennbar sind.

Diese Frage gehört zu den wichtigsten Fragen der Moderne und ist allgegenwärtig. Und immer wieder, gerade in dieser Situation, versinkt sie leicht im Belanglosen.

Kunst ist in der einen oder anderen Weise immer eine Reaktion auf eine Realität, und daher sollte keine Haltung hinsichtlich ihrer Trennung oder eine Art Abscheu gegenüber Politik und dem politischen Bereich im weitesten Sinne absolutiert werden. Die Hellenische Sohn Politiker Dies gilt selbstverständlich für Künstler, unabhängig davon, wie sie ihr Verhältnis zur Politik formulieren. Da politisches Engagement an sich nicht umstritten ist, sprechen wir über dessen Wesen und (tatsächlichen) Umfang. Auch Unpolitizität ist eine sehr wohl politische Haltung.

Dennoch ist es ärgerlich, dass Kunst für jeden Anlass ausschließlich in einer seichten Version empfohlen werden muss. Man geht nicht über die Oberfläche hinaus.

Heute kommt vielleicht noch eine weitere Befürchtung hinzu: dass der Zynismus, der die Politik erfasst hat, auch die Kunst in die Zone der Banalität und Unauthentizität führen könnte.

Das Thema Politik und Kunst wird derzeit auf der Berlinale neu aufgerollt, die seit gestern wohl das politischste aller großen Filmfestivals ist. Es geht im Grunde um diverse politische Statements. Die großen Medien streiten sich heute über Aussagen, wie einst über Bücher und philosophische Konzepte. Oberflächliche Zeiten.

Einer der bedeutendsten deutschen Autoren der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Wim Wenders, der der Jury angehörte, wurde wegen mehrerer Überlegungen zum Verhältnis zwischen Kunst und Politik angegriffen.

Er sagte zwar nichts Schlimmes, Unklares oder Problematisches. Doch der Kontext tat seine Wirkung. Bei der Preisverleihung warf der palästinensische Regisseur Deutschland vor, Komplize des Völkermords im Gazastreifen zu sein.

Sein edler Kampf macht ihn natürlich nicht zu einem besseren Künstler, aber die mediale Aufmerksamkeit wird sich verändern. Wir haben lediglich eine klare politische Stellungnahme erhalten. Aktivismus steht im Vordergrund.

Bedeutet Wenders' Haltung etwa Unterstützung für Verbrecher? Ich würde das verneinen. Auch spiegelt die Position eines Filmregisseurs nicht zwangsläufig die Position seines Landes wider, und umgekehrt. Zumindest im Fall von Wenders würde jemand, der sein Werk kennt, solche Fragen nicht stellen.

Seine Botschaft aus Berlin klingt eher wie eine Lektion an Künstler: Wenn sie sich in die Politik einmischen, in die Politik an sich, sollten sie ihre Kunst nicht vergessen. Denn das ist ihre Aufgabe und Berufung. Genauso wenig wie eine korrekte politische Position ein Buch oder einen Film besser macht. Obwohl die Öffentlichkeit oft so tut, als ob es so einfach wäre. Daher dieser Mediensturm. Im Grunde geht es um ein paar offensichtliche Dinge.

Sich hinter einem Thema oder einer moralischen Begründung zu verstecken, die – so glauben manche – von der Realität in die Kunst übertragen wird, was eine äußerst zweifelhafte These ist, ist immer ein gefährliches Spiel. Vor allem für die Kunst selbst.

Es scheint, dass das Verhältnis zwischen Politik und Kunst ein Lieblingsthema einer Gesellschaft in der Krise ist, genau wie es in der ehemaligen SFRJ war und wie es heute in der EU ist.

Wer erinnert sich noch an die jugoslawischen 1980er Jahre? Damals dominierte das Verhältnis von Kunst und Politik/Partei – Kundgebungen, Parteitage, Artikelserien in der Presse… All das schien damals wichtig. Ein deutliches Anzeichen des Niedergangs.

Die Partei bevorzugte in ihrer Blütezeit Abstraktion und Kunst, die die sozialistische Realität ignorierte. Als kreative Reaktion darauf entstanden die sogenannte realistische Prosa und die Schwarze Welle im Film, die in erster Linie ideologische Disqualifizierungen oder politische Etiketten darstellten.

Hier liegt ein paradoxes Axiom vor: Wenn Politik Kunst instrumentalisiert, entsteht stets Kitsch, selbst wenn dieser pompös ist. Wenn aber Kunst Politik instrumentalisiert, ist das nur eines der möglichen Themen.

Hier besteht keine Gegenseitigkeit in der Nutzung. Ein weiteres Axiom gilt hier: Kunst immer stirbt...

Bonusvideo:

(Die in der Rubrik „Kolumnen“ veröffentlichten Meinungen und Ansichten entsprechen nicht unbedingt der Meinung der „Vijesti“-Redaktion.)