MEHR ALS WORTE

Chauvin

Wie leicht versammeln sich doch kleine Chauvinisten, bereit, Erklärungen abzugeben und den Menschen die Augen zu öffnen...

15245 Aufrufe 26 Reaktion 26 Kommentare(a)
Der serbische Präsident Aleksandar Vučić, Foto: Reuters
Der serbische Präsident Aleksandar Vučić, Foto: Reuters
Haftungsausschluss: Die Übersetzungen werden größtenteils durch einen KI-Übersetzer durchgeführt und sind möglicherweise nicht 100 % genau.

Die „Chauvinistische Farce“ war eine der populärsten Theateraufführungen im Niedergang Jugoslawiens. Ein brillantes Duodrama. Eidus i VatiDer Streit über Stereotypen und „unsere Wahrheiten“ zwischen einem „typischen“ Serben und einem ebenso typischen Kroaten sorgte bei Triglav und Đevđelija für schallendes Gelächter. Dieses Gelächter war der Auftakt zu einem grausamen Krieg. Es sollte sich herausstellen, dass Spott chauvinistische Rhetorik nicht ausrottet, sondern im Gegenteil ihr Überleben sichert. Es war zu spät, daraus zu lernen – aber offensichtlich reicht Spott in manchen Schlachten nicht aus.

Als fernes Echo davon haben wir kürzlich ein chauvinistisches Manifest erhalten, das zutiefst grotesk ist. Eine chauvinistische Farce für die neue Zeit.

Wie leicht versammeln sich doch kleine Chauvinisten, bereit, Erklärungen abzugeben und den Menschen die Augen zu öffnen...

Der Film war ein Medium, dessen propagandistisches Potenzial sofort erkannt wurde – und zwar von den maßgeblichsten Quellen. Lenin i Gebelsa bis hin zu den späteren Mogulen des ungezügelten Kapitalismus.

Film und Kunst haben mitunter die Aufgabe und die Fähigkeit, Menschen zu helfen, die Realität zu erkennen und zu verstehen. Doch es ist auch möglich, eine andere Absicht zu verfolgen – die Realität gänzlich auszublenden oder gar zu verweigern. Diese Dualität findet sich in der großen Kunst von der Antike über die Renaissance bis in unsere Zeit.

Dennoch mutet es bizarr an, dass solche Goebbels-Lehrlinge heute noch möglich sind. Oder ist es eine naive Sichtweise: Schau dich um, sieh, was möglich ist, und nichts wird dir mehr fremd vorkommen?

Die Tiefe des gesellschaftlichen Niedergangs zeigt sich am besten in solchen Details, so bedeutungslos und kontraproduktiv sie für die dahinterstehenden politischen Drahtzieher auch sein mögen. Ein solcher „Dokumentarfilm“ hat keine wirkliche politische Wirkung, und das wird auch nicht erwartet. Es geht darum, jegliche Zweifelsmechanismen auszuschalten, und zwar ausschließlich für diejenigen, die sich bereits in dieser Lage befinden.

Doch wie wir wissen, bekommen selbst Unsinn und die größten Lügen an Bedeutung, wenn sie oft genug wiederholt werden.

Ein Film wie dieser braucht ein Publikum wie dieses. In gewisser Weise ist er also eine viel größere Beleidigung für diejenigen, an die er sich wendet (von denen er Verständnis und Zustimmung erwartet), als für diejenigen, über die er angeblich spricht und die er beleidigen will. Ehrlich gesagt – ich erwarte nicht, dass sie ihn verstehen, aber so ist es nun mal.

Es ist jedoch unglaublich, dass all dies ein ähnliches Muster der Herabwürdigung eines (nahestehenden?) Volkes darstellt wie in Russland vor Beginn der beschämenden Aggression gegen die Ukraine. Dies wäre besorgniserregend, wenn Montenegro eine verantwortungsvolle Regierung hätte. Doch das hat es nicht. Und auch nicht seit gestern.

Die Tatsache, dass ein solcher „Dokumentarfilm“ überhaupt möglich ist, zeigt das erschreckende Ausmaß des mangelnden Verständnisses für Montenegro in der heutigen Welt. Vučićeva Serbien. Und wie sollen die etwas über Montenegro wissen, wenn man sieht, wer ihre „Reporter“ und „zuverlässigen Quellen“ sind? Die Regierung, die dahintersteckt, will genau das – ein grundlegendes Missverständnis.

So monströs das alles auch ist, es ist – auf gewisse Weise – auch traurig. Solche Filme zerstören jegliches Verständnis. Ich befürchte, dass die Auswirkungen solcher Propagandawerke auch nach dem Regierungswechsel in Serbien spürbar sein werden. Die chauvinistische Orgie nimmt kein Ende…

Und diese schwülstige Rhetorik, die eindeutig Vučićs Handschrift trägt - Es tut uns leid, dass wir dich mehr geliebt haben, als du uns geliebt hast. Und so weiter. Nur zur Erinnerung: In manchen seiner Ausprägungen wirkt der Faschismus extrem kindisch. Das macht ihn aber nicht weniger zerstörerisch. Im Gegenteil.

Selbst der Moment mit den italienischen Soldaten, die Jahrzehnte nach dem verlorenen Krieg in Cetinje Nachkommen zeugen, ist natürlich antiserbisch – wie wäre es sonst möglich, in unmittelbarer Nähe? Putins Erklärungen zur Entnazifizierung der Ukraine.

Vučić wird mit Hilfe seiner montenegrinischen Marionetten sicherlich ebenso erfolgreich darin sein, Cetinje zu „entitalienisieren“.

Dieser Film enthüllt und zeigt weit mehr, als den Produzenten lieb war. Das wahre Gesicht eines Regimes, maßlos karikiert. Aber gerade deshalb nicht weniger monströs. Und gefährlich.

Mehr sehen:

(Die in der Rubrik „Kolumnen“ veröffentlichten Meinungen und Ansichten entsprechen nicht unbedingt der Meinung der „Vijesti“-Redaktion.)