Es herrschte Hochspannung auf allen Laufbahnen und in den Hallen von Mailand und Cortina, und die Sensation bei den XXV. Olympischen Winterspielen sorgte die Bulgarin Lora Hristova mit ihrer Bronzemedaille im Biathlon für Furore! Sie belegte in der Gesamtwertung der Winterspiele den 73. Platz. Gold verteidigte die Französin Julie Simon, Silber ging an ihre Landsfrau Lou Jeanmono.
Das Problem entstand bei der Siegerehrung: Die 22-jährige Hristova hatte das offizielle bulgarische Mannschaftskostüm nicht zum Wettkampf mitgebracht, weil sie mit einem solchen Erfolg nicht gerechnet hatte, den sie mit großartigem Schießen erzielte – ohne einen einzigen Fehlschuss in allen vier Runden!
Eine Kollegin aus der Nationalmannschaft kam ihr zu Hilfe und gab ihr ihren Anzug. Hristova war zuvor noch nie schlechter als Platz 23 bei einem Wettkampf abgeschnitten – sie startete den 15-Kilometer-Lauf mit der Startnummer 23.
„Ich habe versucht, während des Wettkampfs auf niemanden zu hören, und es war schwer, meine Emotionen im Zaum zu halten, schließlich sind es die Olympischen Spiele. Aber in diesen Momenten schaute ich auf meine Startnummer, und sie war identisch mit meinem Geburtsdatum“, sagte die sensationelle Athletin aus Bulgarien.
Im 1.000-Meter-Eisschnelllauf gab es keine Überraschungen: Der sechsmalige Weltmeister, der Amerikaner Jordan Stolz, feierte seinen Sieg, ebenso wie die überaus beliebte Niederländerin Juta Leerdam, die über dieselbe Distanz einen olympischen Rekord aufstellte (1:06,28 Minuten). Der Niederländer Enning de Bo wurde mit einer halben Sekunde Rückstand Zweiter.
Im Rodel-Zweierteam feierten die Italiener einen Doppelsieg. Die Entscheidung, deutsche Trainer zu engagieren, zahlte sich aus: Sie holten zwei Goldmedaillen. Im Damenwettbewerb gewannen Andrea Fetter und Marion Oberhofer, im Herrenwettbewerb Emanuel Rieder und Simon Kajnzwaldner. Das deutsche Duo Tobias Wendl und Tobias Artl musste sich nach drei olympischen Goldmedaillen in Folge mit Bronze begnügen.
In der Nordischen Kombination – Skispringen (kleine Schanze) und Langlauf (10 Kilometer) – ging Gold an den Norweger Jens Oftebro, Silber an den favorisierten Österreicher Johannes Lamparter.
Der Favorit konnte auch im Freestyle-Skiing – Buckelpiste – nicht gewinnen. Ein Fehler im zweiten Finale kostete sogar den damaligen Führenden und Goldmedaillengewinner von Peking, den Australier Jachary Anthony, eine Medaille – zum Glück für die Amerikanerinnen Elizabeth Lemley (82,30) und Jalyn Kaug (80,77), die Gold bzw. Silber gewannen.
Bonusvideo: