Der anhaltende Schneefall ließ das französische Märchen im Biathlon noch märchenhafter erscheinen… Zum ersten Mal in der Geschichte errang das Land die olympische Goldmedaille in der Staffel. Und das vor dem größten Rivalen Norwegen und dem drittplatzierten Schweden.
Ein unvergesslicher Tag in Anterselva oder im deutschen Rasen-Antholz (beide Namen sind gebräuchlich) wurde durch den legendären Fußballtrainer Jürgen Klopp noch schöner, der die Glocke läutete, um die letzte Runde des Rennens offiziell zu markieren.
Zu diesem Erfolg trug auch der wettbewerbsorientierte Staffelläufer Canten Fillon Maier bei, der mit insgesamt acht Medaillen, davon fünf Goldmedaillen, zum erfolgreichsten Franzosen in der Geschichte der Olympischen Winterspiele wurde.
Nach drei Bronzemedaillen und einer Silbermedaille bei den vorherigen Spielen in Peking holte der französische Biathlon endlich Gold – Fabien Claude, Emilien Jacquelin und Eric Perrot schrieben zusammen mit Fillon Maier in Mailand und Cortina Geschichte.
„Das ist der Moment, auf den wir so lange gewartet haben. Als wir anfingen, von der Goldmedaille zu träumen, war ich noch selbst Sportler. Jetzt haben wir es geschafft, ein wirklich großartiger Moment, besonders wenn man bedenkt, wie das Rennen verlaufen ist“, sagte die Legende Simon Fourcade, heute französischer Trainer.
Das Rennen verlief so gut, dass Frankreich nach der ersten Etappe unter Claude scheinbar keine Medaille mehr gewinnen konnte. Doch Jacqueline ließ sich nicht beirren und brachte sein Team zurück ins Rennen. Pero wehrte schließlich in einem brillanten Finish einen Angriff von Vetle Sjestad Kristiansen ab, und die Feierlichkeiten in Südtirol konnten beginnen.
Fillon Mayer, Claude und Jacqueline gehörten vor vier Jahren zur Staffelmannschaft, als sie auf Kristiansen und seine Freunde zurückblickten. Diesmal war die Geschichte anders.
Wie hart die Niederlage für die Norweger war, die in ihrer Geschichte dreimal Olympiasieger geworden sind, lässt sich vielleicht am besten mit den Worten von Sturla Holm Legreid veranschaulichen.
„Silber zu gewinnen ist fast so, als würde man Gold verlieren. Hier waren wir nur an der begehrtesten Medaille interessiert, alles war darauf ausgerichtet“, sagte Legreid.
Neben Kristiansen gewannen Martin Uldal und Johan Ulav Botn die Silbermedaille (bzw. verpassten die Goldmedaille). Die schwedische Staffel, die Bronze holte, wurde von Viktor Brandt, Jesper Nelin, Martin Ponsiluoma und Sebastian Samuelson angeführt.
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