Kriminelle Gruppen vom Balkan weiten ihren Einfluss in Afrika aus

Allianz mit brasilianischem PCC macht Westafrika zu einem Schlüsselpunkt in der europäischen Kokainkette

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Foto: Illustration: SHUTTERSTOCK
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Kriminelle Gruppen aus dem Westbalkan, die zu den größten Kokainhändlern Europas gehören, festigen ihre Positionen in Westafrika. Dies sei ein Zeichen für die wachsende Bedeutung der Region auf der Schmuggelroute von Lateinamerika in die Europäische Union (EU), heißt es in einem Bericht.

Die steigende Nachfrage nach Kokain in Europa, verbunden mit einer stärkeren Strafverfolgung entlang der direkten Routen aus Lateinamerika und einem erheblichen Ausbau der Seehäfen in Westafrika, hat Schmuggler seit mehreren Jahren dazu ermutigt, ihren Handel über Senegal, Sierra Leone, Gambia, Guinea-Bissau und Kap Verde zu intensivieren, schreibt Reuters.

Allerdings sei der Einfluss albanisch- und slawischsprachiger krimineller Netzwerke in der Region bislang kaum erforscht, so die britische Agentur.

Forscher der Globalen Initiative gegen transnationale organisierte Kriminalität (GI-TOC) erklärten in einem gestern veröffentlichten Bericht, dass die globale Bedeutung dieser Gruppen deutlich zugenommen habe und dass sie zu den größten kriminellen Netzwerken im europäischen Kokainhandel gehörten.

Diese Gruppen haben Allianzen in der Region mit niederländischen kriminellen Gruppen und insbesondere dem brasilianischen PCC (Primeiro Comando da Capital) ausgenutzt, um ihren Einfluss in der Lieferkette zu stärken.

„Diese Allianz zwischen Gruppen aus dem Westbalkan und dem PCC ist derzeit wahrscheinlich die wichtigste Allianz für die Einfuhr von Kokain nach Europa“, sagte Saša Đorđević, einer der Co-Autoren und leitender Analyst bei GI-TOC.

Der Bericht, der teilweise von der britischen Regierung gefördert wurde, besagt, dass eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Strafverfolgungsbehörden, Hafenbehörden und anderen Akteuren zwischen Ländern verschiedener Kontinente erforderlich ist, um gegen die Drogenrouten vorzugehen.

Darüber hinaus wird eine umfassendere Datenerfassung und eine gezieltere Ausrichtung auf Handelsvermittler gefordert.

„Diese Gruppen gehören zu den raffiniertesten organisierten Verbrecherbanden der Welt – sie sind keine unbedeutenden Akteure“, sagte Lucia Berd Ruiz-Benitez de Lugo, Direktorin des GI-TOC-Observatoriums für illegale Wirtschaft in Westafrika.

„Diese großen globalen Akteure sind mit der Gewalt in Europa verbunden, und da wir sehen, wie sich in Westafrika immer mehr dieser hochentwickelten, sehr gewalttätigen Netzwerke der organisierten Kriminalität anhäufen, stellt dies eine Bedrohung für die Stabilität und die Gewalt dar“, fügte sie hinzu.

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