Österreichisches Gericht verurteilt Ex-Milliardär Benk wegen Insolvenzbetrugs zu zwei Jahren Haft

Den Gesamtschaden, der durch die verschiedenen verdächtigen Transaktionen entstanden ist, beziffert die Staatsanwaltschaft auf 300 Millionen Euro.

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Benko, Foto: Reuters
Benko, Foto: Reuters
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Ein österreichisches Gericht hat den ehemaligen Milliardär und Immobilieninvestor Rene Bank in seinem ersten Strafprozess seit dem Zusammenbruch seines Immobilienkonglomerats Signa des Insolvenzbetrugs für schuldig befunden und ihn zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.

Der Fall ist Teil einer umfassenderen Untersuchung von Straftaten, die die Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch der Signa-Gruppe im Jahr 2023 vermutet – Österreichs größter Insolvenz seit dem Zweiten Weltkrieg. Der Zusammenbruch des Unternehmens hat zahlreiche Investoren in ganz Europa getroffen, darunter auch Großkonzerne aus Deutschland und der Schweiz, berichtet Reuters.

Den Gesamtschaden, der durch die verschiedenen verdächtigen Transaktionen entstanden ist, beziffert die Staatsanwaltschaft auf 300 Millionen Euro.

Den Gläubigern wurde Geld weggenommen

Bei dem in dieser Woche abgeschlossenen Verfahren ging es um rund 660.000 Euro, die Ende 2023 überwiesen werden sollten, als Signa bereits in ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten steckte.

Der Anklage zufolge versuchte Benko, das Geld im Zuge seiner eigenen Insolvenz als Unternehmer vor Gläubigern zu verstecken. Der 48-jährige Benko plädierte in beiden Anklagepunkten auf nicht schuldig. Sein Anwalt Norbert Wess bezeichnete die Vorwürfe als „absurd“, berichtet Reuters.

Rund 360.000 Euro waren Vorauszahlungen für die Miete eines Hauses in Innsbruck, die die Staatsanwaltschaft als „wirtschaftlich bedeutungsloses Geschäft“ bezeichnete. Die restlichen 300.000 Euro waren ein angebliches Geschenk an Benks Mutter. Obwohl die Verteidigung argumentierte, das Geld sei bald zurückgezahlt worden, urteilte das Gericht, dass allein die Tatsache der bedingungslosen Zahlung für eine Verurteilung ausreiche.

„Mit dieser Tat ist alles klar – und das reicht für die Schuld des Konkursbetrugs aus“, sagte Richterin Andrea Vegšajder, die dem Prozessausschuss vorstand.

Sie fügte hinzu, dass die neun Monate, die Benko seit seiner Festnahme im Januar in Untersuchungshaft verbrachte, auf seine Strafe angerechnet würden.

Zu wenig Beweise für den zweiten Punkt

Im zweiten Anklagepunkt, der sich auf das Haus in Innsbruck bezog, kam das Gericht zu dem Schluss, dass zu viele Unklarheiten insbesondere hinsichtlich des Zustands der Immobilie zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bestanden, und sprach Benko auf dieser Grundlage frei.

Das Urteil stelle das größte Kapitel im spektakulären Niedergang des österreichischen Tycoons dar, der die Signa-Gruppe aus dem Nichts aufgebaut und ihre Geschäftstätigkeit in Deutschland, der Schweiz und anderen Ländern ausgeweitet habe, schreibt Reuters.

Das Unternehmen florierte während einer Phase niedriger Zinsen, geriet jedoch ins Straucheln, als die Zinsen nach der Invasion Russlands in der Ukraine im Jahr 2022 stiegen.

Auf dem Höhepunkt seiner Macht führte Benko ein luxuriöses Leben, flog mit Privatjets, ging auf die Jagd und investierte in prestigeträchtige Immobilien wie den Chrysler Tower in New York und die britische Kaufhauskette Selfridges.

Viele von Signas Luxusimmobilien, darunter eine Villa am Gardasee und Büros in einem Wiener Palast, wurden bereits beschlagnahmt oder verkauft und ihr Inhalt versteigert.

Weitere Untersuchungen und politische Auswirkungen

Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen ein weiteres Verfahren gegen die Bank eingeleitet, ebenfalls wegen Insolvenzbetrugs, diesmal im Zusammenhang mit Bargeld, Luxusuhren und Manschettenknöpfen, die in einem Safe gefunden wurden.

Die Gläubiger der Signa-Gruppe, darunter die Deutsche Bank, die Allianz, die Schweizer Bank Julius Bär und die Raiffeisen Bank International, versuchen, rund 27,6 Milliarden Euro zurückzuerhalten.

„Rene Benko ist ein Kämpfer“, sagte Ves Reportern nach dem Urteil. „Es ist klar, dass er mit diesem Ergebnis nicht einverstanden ist.“ Ves äußerte sich nicht dazu, ob Benko Berufung einlegen werde, kündigte aber an, bis Montag eine Entscheidung zu treffen.

Der Fall hat in Österreich eine Debatte über die Verbindungen zwischen Wirtschaft und Politik neu entfacht, da Benko seit Jahren enge Beziehungen zu Politikern unterhält, darunter auch zu Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer von der Sozialdemokratischen Partei (SPÖ), der einer der CEOs der Signa-Gruppe war.

Der derzeitige SPÖ-Vorsitzende und Vizekanzler Andreas Babler schrieb nach dem Urteil auf X Network:

„Sein Fall zeigt, was passiert, wenn die Superreichen statt der Politiker die Regeln schreiben.“

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