Straßenbahnfahrer teilten Videos von weiblichen Fahrgästen

Die Mailänder Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Missbrauchs und unbefugten Zugriffs auf Kameras im öffentlichen Nahverkehr.

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Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen eine Gruppe von etwa einem Dutzend Straßenbahnfahrern eingeleitet. Foto: Reuters
Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen eine Gruppe von etwa einem Dutzend Straßenbahnfahrern eingeleitet. Foto: Reuters
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Die Mailänder Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen eine WhatsApp-Gruppe eingeleitet, in der etwa ein Dutzend Straßenbahnfahrer der Stadt Kommentare über Fotos von weiblichen Fahrgästen austauschten, die von Überwachungskameras in den Fahrzeugen aufgenommen worden waren, wie zwei mit dem Fall direkt vertraute Quellen gestern gegenüber Reuters erklärten.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht der mutmaßliche unbefugte Zugriff auf ein Informationssystem. Mindestens eine Person wird verdächtigt, so die Quellen. Die Polizei habe außerdem mehrere Durchsuchungen durchgeführt.

Der Fall kam in den letzten Tagen ans Licht, nachdem eine Frau, die in einer Straßenbahn in Mailand unterwegs war, bemerkte, dass ein dienstfreier, aber noch uniformierter Fahrer neben ihr saß und auf seinem Handy einen Chat ansah, der Fotos von weiblichen Körperteilen enthielt, die in öffentlichen Verkehrsmitteln aufgenommen worden waren.

Die Frau fotografierte den Bildschirm, auf dem Bilder zu sehen waren, die nach Ansicht der Ermittler von Bordkameras stammten, sowie Kommentare und Witze über die Leichen weiblicher Passagiere, die von Mitgliedern der Gruppe geteilt wurden.

Später kontaktierte sie eine Instagram-Influencerin, die den Fall öffentlich machte. Am Sonntag gab der Mailänder Verkehrsbetrieb ATM bekannt, eine interne Untersuchung eingeleitet zu haben.

„ATM hat schnell und mit größter Sorgfalt reagiert, um diesen Fall vollständig aufzuklären, die ordnungsgemäße Verwendung der firmeneigenen Tools zu überprüfen und die Nutzer sowie Tausende von Mitarbeitern zu schützen, die jeden Tag gewissenhaft im Dienste der Stadt arbeiten“, erklärte das Unternehmen.

In öffentlichen Verkehrsmitteln sind Überwachungskameras installiert, um sowohl Fahrgäste als auch Personal zu schützen.

Laut der Beschwerde der Frau, der sich später der Verbraucherverband Codacons anschloss, wurden Bilder von Frauen, die mit Straßenbahnen fuhren, aus dem Videoüberwachungssystem gewonnen und in einer WhatsApp-Gruppe der Mitarbeiter geteilt.

Das Thema Frauenfeindlichkeit im Internet sorgte letztes Jahr in Italien für Empörung, als Giorgia Meloni sich zu Wort meldete, nachdem eine Webseite für Erwachsene unautorisierte und manipulierte Fotos von Frauen, darunter auch von der Ministerpräsidentin selbst, veröffentlicht hatte.

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