Vor etwa 95 Millionen Jahren beherrschten riesige Dinosaurier die patagonische Region des heutigen Argentiniens.
Darunter befand sich der Giganotosaurus, ein furchterregender Fleischfresser von enormen Ausmaßen, sowie der Argentinosaurus, ein Pflanzenfresser, der ein Gewicht von bis zu 70 Tonnen erreichen konnte – das entspricht dem Gewicht von etwa 12 afrikanischen Elefanten.
Patagonien war jedoch nicht nur die Heimat von Riesen.
Wissenschaftler haben nun einen der kleinsten jemals bekannten Dinosaurier entdeckt – Alnashetri cerropoliciensis.
„Wenn wir an die Landschaften denken, in denen Dinosaurier lebten, stellen wir uns normalerweise riesige Tiere vor, die am Horizont umherstreifen. Aber diese Ökosysteme waren auch voller mittelgroßer und kleiner Tiere“, sagt der Paläontologe und Mitautor der Studie, Sebastian Apesteguia.
„Alnashetri zeigt uns, dass es nicht nur ein Zeitalter der Riesen war, sondern auch eine Zeit außergewöhnlicher biologischer Vielfalt.“
- Tyrannosaurus Rex hatte eine natürliche Klimaanlage im Kopf
- Insekten, die „die Dinosaurier überlebten“
- Neuer Tyrannosaurus-Verwandter entdeckt
Dieser winzige Dinosaurier, von Wissenschaftlern „Alna“ genannt, war etwa so groß wie eine heutige Krähe.
Es jagte wahrscheinlich Kleintiere wie Eidechsen, Schlangen, kleine Säugetiere und Insekten.
Es ist besonders bedeutsam, weil sein Skelett fast vollständig erhalten ist, wobei die Knochen in der Position erhalten geblieben sind, in der sie sich zu Lebzeiten befanden, was eine äußerst seltene Entdeckung ist.
Alnashetri gehört zu einer Gruppe von Dinosauriern, die als Alvarezsaurier bekannt sind, kleine Fleischfresser, die Teil der viel breiteren Gruppe der Theropoden sind.
Zu den Theropoden gehören einige der bekanntesten Raubtiere der Urzeit, wie Tyrannosaurus rex und Velociraptor, sowie die Vorfahren der heutigen Vögel.
Da Alna einer der frühesten und am besten erhaltenen Vertreter der Alvarezsaurier ist, hilft seine Entdeckung Wissenschaftlern zu verstehen, wie sich diese ungewöhnliche Gruppe entwickelte und wie sich einige ihrer Mitglieder später auf die Ernährung mit Insekten spezialisierten.
Das Alne-Fossil wurde in La Buitrera gefunden, einer Sandsteinfundstätte im nördlichen Patagonien, in der Provinz Río Negro im Zentrum Argentiniens.
Die als Kokorkom-Wüste (oder „Knochenwüste“ in der indigenen Mapuche-Sprache) bekannte Region war ein prähistorisches Dünengebiet, das vor etwa 95 bis 100 Millionen Jahren existierte.
In dieser Region wurden zahlreiche Fossilien kleiner und mittelgroßer Tiere aus der Kreidezeit entdeckt.
Alna war ein kleines Mädchen, das in einer Wüstenumgebung lebte und im Alter von etwa vier Jahren starb.
Ihr Körper wurde schnell mit Sand bedeckt, was der Grund für die außergewöhnlich gut erhaltenen Knochen ist.
Alna besaß kräftige, scharfe Zähne, ähnlich denen eines kleinen Velociraptors, während ihr Schwanz im Verhältnis zu ihrem Körper sehr lang war.
Ihre Arme waren zwar entwickelt, aber zum Fliegen zu klein.
Wissenschaftler konnten sogar die mikroskopische Struktur ihrer Knochen untersuchen, um mehr über ihr Wachstum zu erfahren.
„Obwohl viele Bewohner der Kokorkom-Wüste Tunnel gruben, war Alnashetri ein leichter Dinosaurier. Sein Körper ähnelte dem eines Hahns, aber mit einem langen Schwanz“, sagt der Paläontologe Sebastian Apesteggia.
BBC in Serbisch ist jetzt auf YouTube, folgen Sie uns HIER.
Folge uns auf Facebook, Twitter, Instagram i Viber. Wenn Sie einen Themenvorschlag für uns haben, wenden Sie sich bitte an bbcnasrpskom@bbc.co.uk
- Sechs Mythen über Dinosaurier
- Der Tag, an dem die Dinosaurierwelt zusammenbrach
- Dinosaurier unter uns
- Vögel sind die Dinosaurier von heute
Bonusvideo: