Die dritte Folge der Serie „Titos Jugoslawien“ erzählt die Geschichte der sozialistischen Modernisierung eines Landes, das nach dem Krieg verwüstet und wirtschaftlich erschöpft war und anschließend eine der rasantesten Entwicklungsphasen Europas erlebte. Nach dem Konflikt mit der Sowjetunion 1948 beschritt die jugoslawische Führung ihren eigenen Entwicklungsweg und strebte danach, eine sozialistische Gesellschaft nach sowjetischem Vorbild aufzubauen.
Anhand von reichhaltigem Archivmaterial und Interviews mit Experten verschiedener Fachrichtungen rekonstruiert die Folge, was die Architektin Lejla Kreševljaković als „die Konstruktion eines neuen Menschen und einer neuen Gesellschaft durch Modernisierung“ bezeichnet. Im Mittelpunkt stehen Industrialisierung, Elektrifizierung, Urbanisierung und die Entstehung einer neuen Arbeiterklasse – Prozesse, die das tägliche Leben von Millionen von Menschen grundlegend veränderten.
Auch die Kontroversen dieser Zeit werden dargestellt – vom gescheiterten Versuch, Dörfer nach sowjetischem Vorbild zu kollektivieren, der in der Niederschlagung des Cazin-Aufstands gipfelte, bis hin zur Aufgabe dieser Politik durch die Behörden in den frühen 1950er Jahren.
Darauf folgte der beschleunigte Aufbau der Arbeiterklasse durch Industrialisierung und Selbstverwaltung. Wie die Gesprächspartner im Film betonen, ging es nicht nur um wirtschaftliche Entwicklung, sondern auch um die Heranbildung eines neuen sozialistischen Menschen. Besonderes Augenmerk lag auf der Stellung der Arbeiter und ihren Arbeitsbedingungen; eine der zentralen Ideen jener Zeit war die Zufriedenheit der Arbeiter. Die Modernisierung entwickelte sich somit zu einem umfassenderen sozialen und erzieherischen Projekt, das die Lebensweise und Weltanschauung ganzer Generationen verändern sollte.
Verpassen Sie nicht die dritte Folge der Dokumentarserie „Titos Jugoslawien“, heute Abend um 20 Uhr auf Television Vijesti.
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